3D-Film ohne Brille? Welche Geräte braucht man?

Wer an 3D-Kino denkt, der denkt heute noch unweigerlich zugleich an 3D-Brillen, die die dreidimensionale Wahrnehmung eines Films möglich machen. Der Klassiker, der schon in den 1950er Jahren in Kinos zum Einsatz kam, waren Brillen mit Farbfiltern, nämlich einem roten und einem grünen Brillenglas, durch die dem Betrachter für das linke Auge ein anderes Bild übertragen wurde als für das rechte. Später wurden Displays entwickelt, die polarisiertes Licht erzeugen, um zwei verschiedene Bilder zu erzeugen, die durch eine Brille mit Polarisationsfiltern jeweils zu nur einem Auge gelangen. Inzwischen kommen von verschiedenen Herstellern zunehmend sogenannte autostereoskopische Displays auf den Markt, die keine Brillen benötigen, um den beiden Augen unterschiedliche Bilder zu übermitteln, die dann vom Betrachter zu einer räumlichen Wahrnehmung führen.

3D-Fernsehen – das Grundprinzip

Das Grundprinzip dieser Technologie ist aus sogenannten “Wackelbildern” bekannt, die sich verändern, wenn der Betrachter seinen Blickwinkel leicht verschiebt. Ganz ähnlich kann ein solches Bild auch dem linken Auge ein anderes Bild senden als dem rechten, so dass eine räumliche Wahrnehmung entsteht. Der Effekt, dass die beiden Augen durch ihre unterschiedliche Position auch unterschiedliche Bilder wahrnehmen, wird als Parallaxe bezeichnet. Autostereoskopische Displays nutzen für diesen Effekt entweder so genannte Parallaxe-Barrieren, eine Art Streifenmasken, die das Licht vom Bildschirm nur in bestimmte Richtungen durchlassen, oder sie brechen das Licht mit Hilfe von Prismen oder Linsen, so dass verschiedene Bilder in leicht verschiedene Richtungen ausgestrahlt werden.

Die Zahl der unterschiedlichen Bilder, die ein solches Display gleichzeitig abgibt, variiert je nach Produkt. Ein Single-User-Display erzeugt zwei verschiedene Bilder. Um den räumlichen Effekt wahrzunehmen, muss der Betrachter mit seinen Augen möglichst reglos an einer ganz bestimmten Position zum Bildschirm verharren, und ein zweiter Betrachter kann nicht gleichzeitig am dreidimensionalen Erlebnis teilhaben. Neuerdings gibt es allerdings auch Single-User-Displays, die die Bewegungen der Augen beziehungsweise des Kopfes per Kamera registrieren und die Bildausstrahlung entsprechend anpassen, so dass der Betrachter auch dann noch ein räumliches Bild wahrnimmt, wenn er sich bewegt.

Multi-View-Displays – Für 3D ohne Brille

Darüber hinaus gibt es aber auch so genannte Multi-View-Displays, die mehr als zwei unterschiedliche Bilder in unterschiedliche Richtungen ausstrahlen (derzeit meist fünf bis neun Bilder, in Zukunft vermutlich noch mehr). Durch diese Weiterentwicklung ist es nicht nur möglich, dass ein Betrachter, der seinen Kopf bewegt, ein räumliches Bild sehen kann, sondern es können auch zwei oder bei ausreichender Bilderzahl noch mehr Betrachter gleichzeitig ein dreidimensionales Bild wahrnehmen. Durch Bewegen des Kopfes kann man bei einem solchen Display mit größerer Bilderzahl sogar 3D-Objekte aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>